Cultural Change beschleunigen: Storymanagement


 


Führen mit Storymanagement entspricht der Tradition der Wertevermittlung in Familien, in Gemeinschaften, Stämmen und in Völkern. Es ist kein neues Management-Tool sondern vielmehr eine fundamentale Einstellung von Führungskräften. Der Fokus wird auf die Stärken gelegt, auf das, was (noch) funktioniert. Was sind die Treiber des Systems, vor allem im informellen Bereich einer Organisation? Geschichten (also auch „negative“ Geschichten) transportieren Werte, sie sind Abbild der „mentalen DNA“ eines Systems und helfen, kulturelle Veränderung zu ermöglichen, im Idealfall zu beschleunigen – oder zu verhindern.

Kunden und Mitarbeitende fordern als Antwort auf die rasant zunehmende Komplexität und Unsicherheit wieder vermehrt Verbindlichkeit, Orientierung und Echtheit.

Dabei spielen Integrität der Führung, Glaubwürdigkeit und eine funktionale Unternehmenskultur eine entscheidende Rolle. In der Theorie wird Unternehmenskultur als „Summe der Normen, Werte und Artefakte, die bewusst oder unbewusst, sichtbar oder unsichtbar gelebt werden“ definiert. Leider haben solche Definitionen wenig Praxisbezug. Deshalb definiert Hans Rudolf Jost Unternehmenskultur als „die Summe der Geschichten, die man sich erzählt“.

Wer sich die gleichen Geschichten erzählt, gehört zur gleichen Subkultur. Wer keine Geschichten zu erzählen hat, hat keine (bzw. eine dysfunktionale) Unternehmenskultur. Geschichten sind emotionale, packende Bilder, die sich leicht einprägen und die sich leicht weitererzählen lassen, die sich in viralen Kommunikationsformen verbreiten.

Geschichten funktionieren, sie helfen Menschen, ihr Handeln zu steuern und Ziele schneller zu erreichen. Geschichten schlagen die Brücke von rein betriebswirtschaftlichen Perspektiven des Managements zur konkreten, identifizierbaren, emotionsstarken, werthaltigen und bis zur „spirituellen“ Erlebbarkeit einer Unternehmensidee.


Storytelling? Storymanagement?

Wir unterscheiden zwischen „Storytelling“ und „Storymanagement“: Storytelling ist ein Diagnose-Instrument; wir lernen, was das System bewegt (u.a. zur Werteentwicklung, im Knowledgemanagement usw.). Storymanagement bezeichnet das bewusste beeinflussen der Balance zwischen funktionalen und dysfunktionalen Geschichten eines Systems, insbesondere in komplexen, restriktiven Veränderungen (Post-Merger-Integration, Abbaumassnahmen, Motivation von sog. „Change-Survivors“ usw.).


Wie geht’s?

Geschichten wirken als „kulturelle Replikatoren“. Gute Geschichten werden nur von noch besseren Geschichten verdrängt.

Wie funktioniert Storymanagement? Ganz einfach: Man erforscht die besten Geschichten, „die man sich erzählt“ und sorgt dafür, dass diese „ins System eingespiesen“ werden. Storymanagement wendet sich bewusst von einer mangelbetonten Denkweise ab. Der Fokus wird auf die vorhanden Stärken gelegt und verstärkt vorhandene Energien. Denn Menschen sind nur dann bereit, Neues zu wagen, wenn sie das Beste des Bisherigen mitnehmen können.


Was bringt’s?

Gerne präsentieren wir Ihnen entsprechende Fallstudien. Mehr zur Technik des Storymanagements, zu den Tools, den Einsatzmöglichkeiten aber auch zu deren Gefahren:



Hans Rudolf Jost
Unternehmenskultur: wie weiche Faktoren zu harten Fakten werden